Dorfchronik
Neuenheerse ist ein historisches Dorf im Kreis Höxter und heute ein Ortsteil von Bad Driburg. Seine Geschichte beginnt im Jahr 868 mit der Gründung des adeligen Damenstifts Heerse durch den Paderborner Bischof Liuthard und seine Schwester Walburga. Das Stift entwickelte sich schnell zu einem bedeutenden religiösen Zentrum in Ostwestfalen.
Im Mittelalter entstand rund um das Stift die Ortschaft Neuenheerse. Die romanische Stiftskirche, auch „Eggedom“ genannt, wurde im 12. Jahrhundert erbaut und zählt bis heute zu den wichtigsten Kirchen der Region.
Besonders im 16. und 17. Jahrhundert erlebte das Dorf eine Blütezeit. Unter der Äbtissin Ottilia von Fürstenberg entstand das Wasserschloss Heerse, das noch heute das Ortsbild prägt.
1803 begann durch die Säkularisation der Niedergang des Damenstifts. 1810 wurde es unter der napoleonischen Herrschaft endgültig aufgelöst.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Neuenheerse erneut zu einem Bildungsstandort. Seit 1956 befindet sich dort ein Gymnasium. 1975 wurde Neuenheerse in die Stadt Bad Driburg eingegliedert.
Heute ist Neuenheerse ein traditionsreicher Ort mit historischer Architektur, lebendigem Vereinsleben und großer kultureller Bedeutung für die Region Ostwestfalen-Lippe. Besonders die Stiftskirche, das Wasserschloss und die jahrhundertealte Geschichte des Damenstifts prägen bis heute das Erscheinungsbild des Dorfes.